Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Seit 2011 besteht eine Partnerschaft zwischen vivo und der deutschen Gesellschaft "Aktionsbündnis Seelische Gesundheit", deren Ziel es ist, den gesellschaftlichen Umgang mit psychischer Gesundheit offener und toleranter zu gestalten.

Die deutsche Gesellschaft setzt sich dafür ein, dass Menschen mit psychischen Problemen und deren Familienangehörigen gleichberechtigt behandelt und in die Gesellschaft integriert werden. Dies soll vor allem durch die Vermittlung von Informationen über Prävention, therapeutische Interventionen und soziale sowie berufliche Integration erreicht werden.
Neben einigen anderen mitwirkenden Organisationen stellt vivo eine Schlüsselposition im Netzwerk des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit dar, das wesentliche Informationen über Diagnostik, evidenzbasierte Interventionen und die soziale Integration von Menschen mit beeinträchtigter psychischer Gesundheit und Funktionsfähigkeit bereitstellt.

Ein Herz für Kinder

Seit 2005 besteht eine Partnerschaft zwischen vivo und der deutschen Gesellschaft "Ein Herz für Kinder", die bedürftige Kinder international unterstützt. Zentrale Hilfsfelder von Ein Herz für Kinder sind die Bildung, Jungendfürsorge und Betreuung, physische und psychische Gesundheit, Armutsbekämpfung sowie die ökologische Sicherheit. Diese Themen stellen ein grundlegendes Anliegen für Kinder dar, die meist die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft sind. Ein Herz für Kinder leistete bei den internationalen Projekten von vivo mit Schulkindern in Sri Lanka und mit ehemaligen Kindersoldaten in Uganda bedeutende Unterstützung.

Sri Lanka
In Sri Lanka bildete vivo lokale Schullehrer zu spezialisierten Counselorn für Traumatherapie aus und baute eine Kaskadenstruktur auf, mit deren Hilfe Kinder, die von traumatischen und belastenden Erlebnissen betroffen sind, an die entsprechenden Counselor überwiesen werden können. Diese Struktur ermöglichte es außerdem, dass die von vivo geschulten Berater ihr Wissen weitergeben und andere Lehrer darin ausbilden können, Kinder mit dem Bedürfnis nach therapeutischer Betreuung zu identifizieren. Mit Unterstützung lokaler Partner errichtete vivo klinische Behandlungs- und Beratungszentren, die unmittelbare, permanente, kulturell sensitive und traumaspezifische Versorgung und Kriseninterventionen anbieten. Um die Interventionen und Trainings für lokale Counselor kulturell anzupassen, führte vivo wissenschaftliche Studien durch. Dabei wurden die Auswirkungen von traumatischen Kriegserlebnissen, Naturkatastrophen (wie dem Tsunami) und familiärer Gewalt auf die psychische Gesundheit von Kindern untersucht und die Effektivität der therapeutischen Arbeit der Counselor bestimmt.

Uganda
Der Fokus der Arbeit mit ehemaligen Kindersoldaten, Teenager-Müttern und Waisen im Norden Ugandas liegt auf der psychischen Gesundheit und Reintegration derjenigen Kinder, die Opfer des Bürgerkrieges wurden. vivo befragte über 1000 Kinder, um deren spezielle Bedürfnisse besser zu verstehen und spezifische Behandlungs- und Trainingsmodule zu entwickeln. Diese sollten insbesondere die Entwicklung von Konfliktlösefertigkeiten und sozialer Kompetenz fördern und der Behandlung von traumatischen Erlebnissen und dem Verständnis der Ursachen und Folgen des Bürgerkrieges in Uganda dienen.

Europäischer Flüchtlingsfond (EFF)

Seit 2002 unterstützt der Europäische Flüchtlingsfond die Arbeit von vivo und trägt damit wesentlich zur wissenschaftlichen Arbeit der Psychologischen Forschungs- und Modellambulanz für Flüchtlinge in Konstanz bei.

Das globale Ziel des Europäischen Flüchtlingsfonds ist es, die Bemühungen der EU-Mitgliedsstaaten in der Flüchtlingsarbeit zu unterstützen, Flüchtlinge und Vertriebene aufzunehmen und den Zugang zu konsistenten, fairen und effektiven Asylverfahren zu garantieren. Weiterhin unterstützt der Fond Umsiedlungsprogramme sowie Maßnahmen zur Integration von Personen mit einem sicheren und dauerhaften Aufenthaltsstatus. Darüber hinaus fördert der Europäischen Flüchtlingsfond Notfallmaßnahmen, um bspw. die plötzliche Ankunft einer Vielzahl von Personen, welche international schutzbedürftig sind, entsprechend auffangen zu können.

Im Rahmen der Kooperation wurden viele wegbereitende Forschungsprojekte zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und deren Konsequenzen realisiert, wie beispielsweise die Untersuchung der immunologischen Beeinträchtigung bei Patienten mit PTBS, die Erforschung generationsübergreifenden Folgen von PTBS oder die Evaluation der traumafokussierten Therapie (Narrative Expositionstherapie).

United Nations Voluntary Fund for Victims of Torture (UNVFVT)

Seit 2008 unterstützt der UNVFVT (Freiwilliger Fond der Vereinten Nationen für Folteropfer) finanziell die Psychologischen Forschungs- und Modellambulanz für Flüchtlinge in Konstanz in ihrer Arbeit mit Opfern von organisierter Gewalt und Folter. Dazu zählt die Dokumentation erfahrener Menschenrechtsverletzungen von Opfern extremer Folter, ihre psychischen Rehabilitation und der Einsatz dafür, dass derartiger menschenunwürdiger Praktiken eliminiert werden.

Der UNVFVT unterstützt Nichtregierungsorganisationen, welche humanitäre Unterstützung für Opfer von Folter und deren Familienangehörige anbieten.
Der Schwerpunkt der Förderung liegt in diagnostischen Untersuchungen, der Bereitstellung traumafokussierter, klinischer Behandlungen, sowie in zusätzlicher psychologischer Beratung, um psychopathologisches Leiden bei Überlebenden zu reduzieren und ihre Funktionsfähigkeit und ihr Wohlbefinden im alltäglichen Leben wiederherzustellen. Um den Wissensstand über die hilfreichsten Interventionen zu verbessern und eine hochqualitative psychologische Unterstützung zu gewährleisten, werden die Verläufe sowie Ergebnisse der Behandlungen auf strenge Weise wissenschaftlich überwacht und evaluiert.

Universität Konstanz

Seit der Gründung von vivo im Jahr 2001 ist die Universität Konstanz ein bedeutsamer Partner.

In Zusammenarbeit mit der Abteilung für Klinische Psychologie leistete vivo Pionierarbeit mit der Psychologische Forschungs- und Modellambulanz für Flüchtlinge. Deren Fokus liegt darin, Wissen über die Epidemiologie, Diagnostik und psychologische Behandlung von Überlebenden massiver Menschenrechtsverletzungen, organisierter Gewalt, Vergewaltigung, Folter, Krieg und Terror zu erforschen, zu integrieren und zu verbreiten. Die Psychologische Forschungs- und Modellambulanz für Flüchtlinge definiert sich selbst als eine unabhängige Institution, welche die Lücke zwischen Forschung (Universität Konstanz) und Praxis (vivo) schließt. Dies geschieht mithilfe der Dokumentation und Verbreitung von wissenschaftlichen Informationen, evidenzbasierten Behandlungen sowie Beratungsmethoden für klinische Praxisexperten und Berater im Feld.